Wer bist du und was machst du beruflich? Seit wann bist du beim Software Campus und wer sind deine Partner?
Ich bin Osman Tugay Basaran. Ich arbeite als 6G/KI Forscher an der Telecommunications Networks Group (TKN) der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin. Darüber hinaus bin ich Gastwissenschaftler am Fraunhofer Heinrich Hertz Institute HHI – dem Fachbereich für Drahtlose Kommunikation und Netze in der Forschungsgruppe „Signal and Information Processing“ von Prof. Dr.-Ing. Slawomir Stanczak – und am Institut National de la Recherche Scientifique (INRS) in Kanada – für den Optical Zeitgeist Laboratory von Prof. Martin Maier. Im Rahmen des vom BMFTR finanzierten 6G-Platform- und 6G-RIC-Projekts konzentriere ich mich auf kognitive KI-Agenten, domänenspezifische erklärbare KI (XAI) und generative KI (GenAI)-Algorithmen für die Implementierung und Durchführung von drahtlosen Netzwerken der nächsten Generation und autonomen intelligenten Funkzugangsnetzen. Für den Software Campus im Jahrgang 2025 leite ich unser kollaboratives Projekt „Explainable and Trustworthy AI/ML for 6G“ mit Huawei. Zusätzlich bin ich wissenschaftlicher Reviewer für Top-tier IEEE Journals/Konferenzen wie beispielsweise dem Communications Magazine oder GLOBECOM.
Was genau hat dich dazu bewegt, in der Informatik Fuß zu fassen?
Der Ursprung, weshalb ich Informatik angestrebt habe, war das immanente Bedürfnis etwas zu kreieren – nicht nur etwas zu bauen, sondern das Formen des Immateriellen. Ich war dem hingezogen, wie die ultimative „digitale Knete“—ein Medium, in dem die reine Logik auf die grenzenlose Vorstellungskraft trifft. Durch die Beobachtung der immensen Kreativität der Natur, der fraktalen Eleganz eines Farns, der sich entwickelnden Intelligenz eines Schwarms und der selbstheilenden Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen wurde, eine tiefgreifendere Wahrheit offenbar: In der Informatik ist die Berechnung nicht nur eine Frage der Schaltkreise, sondern eine Sprache, mit der sich die Genialität der realen (natürlichen) Welt verschlüsseln lässt. Ich entschied mich nicht nur für Informatik, um diese Muster verstehen zu können, sondern ebenfalls ein aktiver Teil des Entstehungsprozess zu sein. Dies bestärkt mich KI-Systeme zu kreieren die nicht nur Probleme lösen, sondern sich aus einer Symbiose aus dem Adaptieren, Wiederherstellen, Prosperieren, abstrakte Ideen zum Leben erweckt werden und nachhaltige Lösungen entwickeln. Für mich, ist es die Kunst die Zukunft selbst lebendig und mit mehr Potenzial zu gestalten.
Welche Werte und/oder Charaktereigenschaften findest du bei Personen in Führungsposition fundamental?
Ich glaube, dass eine fundierte Führungskraft durch empathische Verantwortung und mittels einer auf Wachstum ausgerichteten Denkweise erfolgreich ist, in der Respekt nicht nur gegeben, sondern aktiv gepflegt wird – um eine Sicherheit auf psychologischer Ebene zu schaffen, in der Ideen freien Raum haben können. Großartige Führungspersönlichkeiten agieren wie Gärtner*innen, nicht wie Wächter*innen: Sie fördern gemeinsames Verantwortungsbewusstsein, hören verschiedenen Perspektiven aufmerksam zu und erkennen, dass echte Innovation dann entsteht, wenn sich jede Stimme gehört und wertgeschätzt fühlt. Sie setzen sich für Zusammenarbeit statt für Konkurrenz ein, da sie wissen, dass „gemeinsam wachsen“ andere in ihrer persönlichen Entfaltung stärkt und zur Transformation der individuellen in die kollektive Begeisterung verhilft. Durch die Pflege von Vertrauen, intellektueller Bescheidenheit und einer Kultur, in der Kreativität harmoniert statt kollidiert, entstehen Ökosysteme, in denen nachhaltiger Fortschritt und menschliches Potenzial Hand in Hand gehen.
Was benötigst du, um deiner Kreativität Freiraum verschaffen zu können?
Was meine Kreativität zutiefst entfacht, ist die wirkungsvolle Alchemie zwischen Wissenschaft und Kunstgeschichte. Genauer beschrieben ist das Eintauchen in die wissenschaftliche Entdeckung, so, wie die eleganten Prinzipien der Quantenmechanik, die raffinierte Effizienz der Biomimikry, die rigoros bereitgestellte Vernetzung von Systemen aus der Umweltforschung und die ökologischen Kopien und die funktionale Inspiration für resiliente KI-Architekturen, ist Teil meiner Arbeit aber ebenfalls meine persönliche Ambition. Darüber hinaus zugleich beobachten zu können, wie Meister der Renaissance das Licht manipuliert haben – ähnlich wie Daten-Pioniere, Bauhaus mit der Verschmelzung von Form und Funktion oder Land-Artists, die mit Ökosystemen harmonisieren offenbaren die zeitlosen Prototypen der Menschheit für Schönheit, Bedeutung und Kontext. Diese beschriebene Kollision regt mein KI-Designprozess an. Denn während die Wissenschaft nach dem „wie funktioniert das?“— Effizienz wie ein zellulärer Metabolismus zu optimieren—fragt die Kunstgeschichte hingegen nach dem „Wieso ist es im Einklang“— Verbindungen mit der intuitiven Grazie einer Bruegel Szene zusammenzuführen. Dort, wo diese Ströme ineinanderfließen, finde ich den Weg zur nachhaltigen KI, nicht nur die produktive Berechnung, sondern regenerative Intelligenz kreiert wie ein digitales Ökosystem, die im langfristigen Wert verwurzelt ist und Menschliche Bindungen, welche kalte Maschinen in kollaborative Kräfte für eine bessere Zukunft transformieren.
Stell dir vor: Du hättest ein unlimitiertes Budget für nachhaltige Zwecke – was genau würdest du gerne umsetzen?
Mit einem unbegrenzten Budget für nachhaltige Vorhaben würde ich die Entwicklung erklärbarer und vertrauenswürdiger KI-Technologien für die Medizin und das Gesundheitswesen vorantreiben, insbesondere für schwerwiegende Krankheiten. Seit meinem Bachelorstudium bin ich an Projekten zur Entwicklung von KI-Systemen involviert, die sowohl Wert auf das menschliche Wohlbefinden als auch auf die Umwelt legen. Darüber hinaus demonstriert unsere kürzliche Forschung „XAI-Enhanced Bilateral Molecular Communication: Revealing Cancer Microenvironment Dynamics via Extracellular Tumor Vesicles„, wie erklärbare KI genutzt werden kann, um versteckte Dynamiken vom fortschreitenden Krebs aufzudecken. Mit einem größeren Angebot an Ressourcen würde ich diese Forschungsrichtung ausbauen, um intelligente molekulare Kommunikationsschnittstellen zu entwickeln, welche eine personalisierte, präventive Gesundheitsversorgung ermöglichen, die zu einer nachhaltigeren und weltweit zugänglicheren medizinischen Zukunft beiträgt.
Ausgangssprache dieses Interviews: Englisch
